Konzept

Kinder mit Behinderung und solche, die von einer Behinderung bedroht sind, sollen in wohnortnahen Kitas entsprechend ihres individuellen Hilfebedarfs nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung betreut und gefördert werden. Die integrativen Angebote in Kitas beinhalten ganzheitliche und begleitende Leistungen in den Bereichen Förderung, Betreuung und gegebenenfalls Pflege, Bildung und Erziehung.

Leitprinzipien der Einzelintegration sind

  • Orientierung an den Stärken und Fähigkeiten des Kindes

  • Förderung sozialer und lebenspraktischer Kompetenzen, Persönlichkeitsentwicklung

  • Förderung der Eigenbeschäftigung und Freizeitgestaltung

  • Vorbereitung schulischer Maßnahmen

  • Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Integrationsfachkraft begleitet das Kind entsprechend seines individuellen Hilfebedarfs in Alltagssituationen (z.B. essen, anziehen, Toilettengang, Stuhlkreis, spielen oder basteln, Waldtag, …) und führt zusätzliche Förder- und Hilfsmaßnahmen in Kleingruppen durch (z.B. Psychomotorik, Konzentrationstraining, Heilpädagogische Rhythmik, Sprachförderung, Heilpädagogisches Werken und Gestalten, …).

Viele Kinder brauchen besondere Unterstützung beim „Spielen lernen“, sei es ein Konstruktionsspiel zu bewältigen, sich im Rollenspiel zu verständigen oder beim Tischspiel warten und verlieren zu lernen. Dabei hat die Integrationsfachkraft die Aufgabe zu begleiten, zu motivieren, zu vermitteln, zu kommentieren, das Tempo zu regulieren und vieles mehr.

In Absprache mit der Gruppenleiterin der Kita ist die Integrationskraft beteiligt an der Organisation und Koordination des Alltags der Gruppe, an Team- und Fallbesprechungen, Elterngesprächen, Förder- und Hilfeplanung, die die Integration des Kindes betreffen sowie der Dokumentation der Maßnahme.

Zielgruppe

Der Gesetzgeber sagt, Einzelintegration ist eine Maßnahme für Kinder mit Behinderung oder Kinder, die von Behinderung bedroht sind. Behinderung wird dabei so definiert: Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist. (Sozialgesetzbuch IX, § 2, Abs. 1)

Es kann sich also um eine Geistige Behinderung, Körperbehinderung, Lernbehinderung, Sinnesbehinderung (Hören, Sehen), Sprachbehinderung, Verhaltensstörung oder Mehrfachbehinderung handeln. Viele dieser Behinderungen oder „Funktionsbeeinträchtigungen“ sind eindeutig zu diagnostizieren. Es kommt jedoch häufig vor, dass durch Verhaltensauffälligkeit, Wahrnehmungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen die Gefahr einer Teilhabebeeinträchtigung besteht, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.

Folgende Fragen können Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen:

  • Reicht die individuelle Förderung durch Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie oder Frühförderung?

  • Zeigt sich die Beeinträchtigung vor allem in der Gruppe?

  • Ist das Kind in die Gruppe integriert, hat Freunde und wird akzeptiert?

  • Benötigt das Kind eine intensive, regelmäßige und individuelle Begleitung, um seine Beeinträchtigung/Behinderung zu kompensieren?

  • Kann der Förderschwerpunkt am besten in der Gruppe / in Alltagssituationen bearbeitet werden?

  • Wozu wird eine zusätzliche externe Fachkraft benötigt?