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Saat und Ernte

 

April – endlich hat sich der Frühling durchgesetzt und wer einen Garten hat, den treibt es hinaus. Ich habe Lust, die Erde zu spüren, die Bäume zu riechen, die bunten Tupfer der Frühlingsblumen zu entdecken und den Oleander auf die Terrasse zu holen. Ins Gemüsebeet säe ich Radieschen und Rucola und setze Kartoffeln für den Herbst.

 

So sind die Gärtner: Sie sind ganz im Hier und Jetzt und sehen dennoch die Zukunft, ahnen was da wächst und gedeiht. Und sie wissen: wenn da was wachsen soll, dann braucht das die geeigneten Lebensbedingungen und die richtige Pflege. Und es braucht ihre Ausdauer, bis zur Ernte geduldig zu durchzuhalten.

 

Mit der Sprache ist es genauso. Wenn wir wollen, dass unsere Umgebung, Partner, Kinder, KollegInnen auf eine bestimmte Art und Weise mit uns sprechen, dann geht das nur, wenn wir die Voraussetzungen dafür schaffen.

 

Drei Voraussetzungen für wertschätzende Kommunikation

Voraussetzung Nummer 1 ist ein guter Boden. Eine wertschätzende wohlwollende Haltung gegenüber dem Gesprächspartner ist das Fundament dafür, dass Gespräche angenehm und effektiv verlaufen.

 

Voraussetzung Nummer 2 ist ein Klima der Wertschätzung. Dies wird deutlich in der Art und Weise, wie ich mit den Menschen kommuniziere. Indem ich persönliche Fürwörter in meinen Sätzen benutze, pflege ich den Kontakt auf eine ganz persönliche Weise: „Ich danke dir für deinen Tipp.“ „Ich wünsche dir einen schönen Abend.“ „Ich danke Ihnen für das Kompliment.“

 

Voraussetzung Nummer 3 ist das Saatgut. Jetzt kommt der Wortschatz ins Spiel. Seien Sie Vorbild und bringen Sie die Wörter und Redewendungen in die Familie, die Kindertagesstätte, den Unterricht, den Betrieb, die sie hören wollen. Sprache steckt an! „Ihr spielt heute so friedlich zusammen. Das freut mich.“ „Lass dir Zeit!“ „Dein Aufsatz ist dir gut gelungen.“ „Eure Hilfe war für mich ein Segen.“

 

Das hegen und pflegen des Gärtners sind in der Entwicklung von achtsamer Sprache die Wiederholung und die Geduld. Die Saat im Garten braucht auch einige Wochen oder Monate. Sie werden die Wirkung erleben!

 

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Säen und Ernten! Und jetzt geh ich raus in den Garten …

Ihre Heike Brandl

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