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Nutzen Sie den Effekt der sich selbst erfüllenden Prophezeiung

Foto: Heike Brandl
Kirschblüten

 

 

 

Freunde, dass der Mandelzweig

wieder blüht und treibt,

ist das nicht ein Fingerzeig,

dass das Leben bleibt.

 

(Textzeile aus einem Lied

von

Schalom Ben-Chorin)

 

Lange habe ich überlegt, was ich mit einem Artikel in dieser Zeit bewirken kann. Lange war ich erstmal ratlos. Die einen wissen nicht aus noch ein vor Arbeit. Bei anderen geht es drunter und drüber zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung oder zwischen täglich neuen Anordnungen und Entwicklungen. Eine dritte Gruppe von Menschen bewegt sich zwischen Existenzängsten und Einsamkeit – wobei das alles natürlich keine einheitlichen Gruppen sind.

Was kann allen diesen Menschen in ihren unterschiedlichsten Lebenssituationen guttun?

 

Lassen Sie mich bei einem der grundlegenden Bausteine von LINGVA ETERNA ansetzen: dem Wortschatz.

Es gibt so viele Wörter, die uns guttun, die stärken und Mut machen:

Zuversicht, Geduld, Liebe, Mut, Menschlichkeit, Weisheit, Hoffnung, Glaube, Humor, Zutrauen, Fürsorge, fröhlich, freundlich, friedlich 

Es gibt viele Wörter, die den Blick auf das Schöne lenken:

Frühlingserwachen, Dankbarkeit, Kreativität, Lachen, Abendstille, Vergnügen, Duft, Erfrischung, Morgenstunde, Choral, quicklebendig, wunderbar, zauberhaft, taufrisch

Es gibt Wörter, die den Blick auf das lenken, was wir jetzt vermissen und nach dem wir uns sehnen:

Gemeinschaft, Zärtlichkeit, Freiheit, Abenteuer, Kollegen, Fernweh, Team, kuscheln, umarmen, feiern

 

Sprechen sie davon, was Sie bald wieder erleben wollen, worauf Sie sich freuen und was sicher auch wiederkommen wird. Nutzen Sie den Effekt der sich selbst erfüllenden Prophezeiung! Je mehr Sie von etwas sprechen, desto mehr werden Ihre Gedanken und Ihr Verhalten sich entsprechend darauf hinbewegen. Es entsteht eine positive Rückkopplung. Sprechen Sie also davon, was Mut macht, was schön ist, was Sie sich wünschen.

Haben Sie einige dieser Wörter in Ihrem Sprachgebrauch? Sie sind wichtig für Ihre eigene seelische Gesundheit. Sie tun Ihnen selbst gut und Sie tun damit auch Ihren Gesprächspartnern gut, in der Hausgemeinschaft, am Arbeitsplatz, am Telefon. Jedes Wort wirkt und schafft Wirklichkeit.

Mögen Sie sich einen Schwerpunkt auswählen, zum Beispiel den Blick auf das Schöne lenken? Finden Sie noch mehr Wörter, die dazu passen? Sie finden einen Zugang über Ihre Sinne: Was können Sie riechen, schmecken, fühlen, hören, sehen? Was sind Ihre Lieblingsorte, -speisen, -musikstücke, -bilder, -blumen? Schreiben Sie mir in den Kommentaren, welche Wörter Ihnen guttun!

Mehr zum Thema Adjektive finden Sie in meinem Blog-Artikel Wort-Schatz-Buch

  

Pflegen Sie Ihren Wortschatz!

Ich habe dafür drei Anregungen: 

·       Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf: „Sieben Tage achtsam sprechen“ Vlg. Herder, Freiburg 2017
Hier finden Sie Übungen, um beispielsweise Ihre eigene „Wort-Schatztruhe“ mit schönen Wörtern zu füllen.
 

·       Walter Krämer und Roland Kaehlbrandt: „Lexikon der schönen Wörter“ Vlg. Piper, München 2011
Das ist eine „charmante Liebeserklärung an die deutsche Sprache“ und ihre funkelnden Edelsteine, die sich darin verbergen. (aus dem Klappentext)
 

·       Wolfgang Seidel: „Das geheime Leben der Wörter“ Vlg. Riva, München 2019
„Warum Kirchenmäuse arm sind, was das Wort ´Buch´ bedeutet und wie Niesen mit Dämonen zusammenhängt.“, eine unterhaltsame Lektüre über die Bedeutung und Herkunft von Wörtern. (aus dem Klappentext)
 

Schöne Literatur ist selbstverständlich auch eine großartige Idee, die eigene Sprache zu pflegen und sich etwas Gutes zu tun. Der Kabarettist und Schriftsteller Hanns Dieter Hüsch hat folgendes Gedicht verfasst, dass so wunderbar zu Ostern passt. Unser Pfarrer zitierte es in der Osterpredigt. Nehmen Sie diese Zuversicht und Gelassenheit mit in diese Zeit.

 

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

 Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

 mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

 mein Triumphieren und Verzagen,

 das Elend und die Zärtlichkeit.

 Was macht, dass ich so fröhlich bin

 im meinem kleinen Reich?

 Ich sing und tanze her und hin

 vom Kindbett bis zur Leich.

 Was macht, dass ich so furchtlos bin

 an vielen dunklen Tagen?

 Es kommt ein Geist in meinen Sinn,

 will mich durchs Leben tragen.

 Was macht, dass ich so unbeschwert

 und mich kein Trübsinn hält?

 Weil mich mein Gott das Lachen lehrt

 wohl über alle Welt.

  

(Hanns Dieter Hüsch nach Psalm 126)

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Mechthild G. (Donnerstag, 16 April 2020 15:04)

    Liebe Heike, hab herzlichen Dank für deine Anregungen! Wir erleben in dieser Zeit ein wunderbares Frühlingserwachen, mit einer Fülle von wohlriechenden Blüten und sonnendurchfluteter Natur um uns herum. Alle diese Wörter passen bereits. Mir gefällt der momentan häufig ausgesprochene Wunsch: Bleiben Sie gesund! - Auch diese Formel hält uns und macht uns gesund. Liebe Heike, bleib gesund und munter. :-)

  • #2

    Heike Brandl (Donnerstag, 16 April 2020 16:21)

    Liebe Mechthild, ich danke dir für deine guten Wünsche. Bleib auch du gesund und zuversichtlich!