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Wie Sie mit klarer und wertschätzender Sprache Ihre Ziele erreichen

 

Man sollte mal den Müll rausbringen! 

Ich bräuchte die Unterlagen bis morgen! 

Wir müssten mal den Keller aufräumen. 

Würdest du bitte leise sein? 

Du könntest mir mal helfen!

Führen solche Sätze zum Erfolg? Nur dann, wenn der Gesprächspartner sehr gut erzogen ist und für sich reflektiert, was der Sprecher wirklich will. Ansonsten – eher nicht.

Bringen Sie Klarheit in Ihre Sprache!

Wer schon mehr von mir gelesen hat, weiß, hier fehlt die Anrede des Gesprächspartners. Das ist der erste Schritt, damit sich auch jemand ganz konkret und persönlich angesprochen fühlt.

Diese Sätze haben jedoch noch etwas gemeinsam: All die „sollte, bräuchte, müsste, würde, könnte“ sind grammatikalisch gesehen ein Konjunktiv II. Der Konjunktiv II ist die Möglichkeitsform oder auch Unwirklichkeitsform. Deswegen wird es oft nichts, wenn jemand oft so spricht! Aussagen bleiben damit schwammig.

 

Formulieren Sie Aussagen klar, konkret und in der Wirklichkeitsform (Indikativ).

Frau Haller, ich brauche die Unterlagen bis morgen um 10 Uhr.

Frank, lass uns am Samstag zusammen den Keller aufräumen.

 

Mit Wertschätzung erreichen Sie mehr!

Oft braucht es noch ein paar Sätze mehr, z.B. für Frau Haller eine Information, welche wichtige Besprechung morgen um 10 Uhr stattfinden wird. Mit Frank wäre es gut abzusprechen, ob er Samstag auch Zeit hat und bereit zu der Aktion ist. Und ja, das „wäre“ im vorherigen Satz ist natürlich auch ein Konjunktiv II. An dieser Stelle ist er angebracht, denn es handelt sich um eine Möglichkeit.

 

Bei den anderen Sätzen hat der Sprecher eine Aufforderung im Sinn. Dann ist es gut und richtig, einen Aufforderungssatz zu formulieren.

Nils, bitte bring nach dem Abendessen den Müll raus!

Jenny, bitte sei jetzt leise!

Timo, bitte hilf mir bei dieser schweren Kiste!

 

Erkennen Sie den Unterschied? Die Botschaften werden klar und gleichzeitig wirkt der Sprecher kompetent und sicher. Probieren Sie es aus! Sie verbessern damit Ihre Zielorientierung in Gesprächen und machen sich den Weg zur Umsetzung Ihres Zieles leichter.

 

Sicher wollen Sie bei Aufforderungen nicht klingen wie der Oberst auf dem Kasernenhof. Daher empfehle ich Ihnen, stets mit dem freundlich und wertschätzend ausgesprochenen Namen Ihres Gesprächspartners zu beginnen. Der Ton macht schließlich die Musik.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Ihre Heike Brandl

 

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