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Brauchen wir einen Welt-Nettigkeitstag?

Foto: Heike Brandl
Hier will ich Sie auf etwas ganz Alltägliches aufmerksam machen - so alltäglich wie die Kohlmeise!

 

Mit Aktionstagen kann ich wenig anfangen. Meistens sehe ich zuerst, dass irgendwer damit seinen Umsatz verbessern will, wie beim Valentinstag oder beim Black Friday. Und beispielsweise den Blauen-Mützen-Tag hatte ich bislang auch nicht vermisst.

Der Welt-Nettigkeitstag kostet uns jedoch nichts als ein paar freundliche Worte und dafür ist einmal jährlich viel zu wenig. Lassen Sie sich inspirieren, in dieser Welt von Hate-Speech, Lästern und Mies-Machen Ihren Nachbarn, KollegInnen, Familienmitgliedern und FreundInnen etwas Freundliches zu sagen und beobachten Sie was passiert. Bringen Sie Wertschätzung in Ihr Leben und das Ihrer Mitmenschen!

 

Was ist der Hintergrund?

„Nett sein ist Pflicht am 13. November 2019, dem Welt-Nettigkeitstag oder World Kindness Day. Der Aktionstag wurde von der japanischen Nettigkeitsbewegung initiiert. Die Premiere feierte der Tag 1998 in Tokyo am Eröffnungstag der Konferenz des World Kindness Movement. Zeitgleich ist der 13. November auch der Tag, an dem 1997 das "Small Kindness Movement" entstand. Die Nettigkeitsbewegung möchte erreichen, dass die Menschen freundlicher im Umgang miteinander sind und somit eine allgemein freundlichere Welt entsteht. Am Welt-Nettigkeitstag gilt es also nett zu sein - und zwar ausnahmslos. An diesem Tag wird der Stinkefinger gegen ein freundliches Winken eingetauscht und das wutverzerrte Gesicht gegen ein herzhaftes Lächeln.

 

Umgangssprachlich bezeichnet die Nettigkeit oder Freundlichkeit das liebenswürdige Verhalten von Menschen. Üblicherweise setzt diese Nettigkeit ein gewisses Interesse am Gegenüber voraus, was am Welt-Nettigkeitstag allerdings nicht zwangsläufig zutreffen muss. Die Freude liegt an diesem Tag eben auch darin, vollkommen fremden Menschen eine Freude zu machen und nett zu ihnen zu sein. Insgesamt ist es für das Individuum lohnend, nett und freundlich zu sein, da dies auch das eigene Wohlbefinden steigert. Laut Aristoteles bestimmt die Nettigkeit den Umgang der Menschen untereinander und Mark Twain formulierte einst den Satz:

 

"Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können."

(Quelle: www.kleiner-kalender.de)

 

Was können Sie also heute tun? Lächeln Sie zehn fremde Menschen einfach an! Oder machen Sie fünf Komplimente! Schreiben Sie drei freundliche Kommentare in sozialen Medien! Damit machen Sie die Welt ein bisschen besser!

 

Gute Worte tun jedem Menschen gut. Gute Worte sagen heißt im Italienischen „benedire“. Das bedeutet „segnen“. So haben gute Worte eine segensreiche Wirkung. Es gibt viele Möglichkeiten, gute Worte zu sagen. Komplimente gehören mit Sicherheit dazu. Bei den freundlichen Worten ist es bedeutsam, dass sie wirklich freundlich und wohlmeinend sind, ohne jeglichen Hintergedanken und berechnende Absicht. Andernfalls spürt das der Gesprächspartner und es wirkt nachteilig auf den Sprecher zurück.

 

Das will geübt sein. Die mit dem Kompliment Beschenkte kann es dann am leichtesten annehmen, wenn sie die ehrliche Meinung des Sprechers deutlich spüren kann. Und der Sprecher tut sich selbst etwas Gutes. Er lenkt seinen Blick auf Schönes und Gutes und lädt es damit in sein Leben ein.

 

Ich gebe Ihnen einige Beispiele:

„Sabine, deine Bluse ist hübsch. Sie steht dir ausgezeichnet.“

„Du wirkst heute so fröhlich. Das steckt mich richtig an.“

„Matthias, es ist großartig, dass du den Überblick bewahrst.“

„Du warst mir eine große Hilfe. Dafür danke ich dir herzlich.“

„Die Präsentation ist dir gut gelungen. Ich verstehe jetzt endlich, worauf es im Projekt ankommt.“

 

Achten Sie darauf, dass Sie ohne „wenn“ und „aber“ formulieren. Das nähme die Wirkung aus dem Kompliment. 

Beispiel: „Sabine, die Bluse steht dir aber wirklich gut! Der Schnitt ist echt klasse.“

Die Füllwörter „aber“ und „echt“ verwässern und entwerten das Kompliment. Das „aber“ lädt sogar zum Widerspruch ein. Damit fällt es Sabine schwer, das Kompliment anzunehmen. Das „aber“ ist eine nebenordnende Konjunktion, welche die Aussage des vorangehenden Halbsatzes relativiert oder korrigiert.

 

So ist es, wenn ich zum Kind sage: „Du hast schön gemalt, aber das Haus ist schief.“ Das „aber“ nimmt meinem Lob die Kraft und übrig bleibt nur der kleine Makel auf dem Bild.

Egal ob Kind oder Erwachsener: Seien Sie heute besonders nett zu Ihren Mitmenschen. Sie werden es vielfach zurückbekommen. 

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